Der Personalausweis in Deutschland

Der Personalausweis ist ein Lichtbildausweis, der als Identitätsnachweis bzw. Personaldokument dient und von staatlichen Stellen ausgegeben wird. Der Ausweis dient beim Abschluss von Kaufverträgen dazu nachzuweisen, dass der jeweilige Vertragspartner wirklich existiert und kein Vertrag unter einem falschen Namen abgeschlossen wird. Darüber hinaus sind bestimmte Institutionen, wie zum Beispiel Banken, aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen dazu verpflichtet, die Identität der Person festzustellen, bevor zum Beispiel ein Girokonto eröffnet werden kann. Wichtig anzumerken ist an dieser Stelle, dass der Personalausweis kein Nachweis über die deutsche Staatsangehörigkeit ist.

Beantragung

Im Allgemeinen wird der Personalausweis bei der Personalausweisbehörde am Hauptwohnsitz des Antragstellers ausgegeben. In Deutschland sind deutsche Staatsbürger ab 16 Jahren verpflichtet, einen gültigen Personalausweis zu besitzen. Beantragt werden kann der Identitätsnachweis seit 2007 bereits mit der Geburt eines Kindes. Dort ist er sechs Jahre gültig, ab dem 24. Lebensjahr 10 Jahre. Die Kosten hierfür betragen für Erwachsene unter 24 Jahren 22,80 Euro und für Erwachsene über 24 Jahre derzeit 28,80 Euro. Für die Beantragung des Ausweises im Ausland wird die Gebühr auf 30 Euro erhöht. Wer in den Staaten der europäischen Union reist, kann sich mithilfe des Personalausweises ausweisen und auch in manchen nicht EU-Ländern, wie zum Beispiel in der Schweiz, in der Türkei, Ägypten, Monaco etc. Es ist jedoch zu beachten, dass die meisten Staaten außerhalb der EU einen Reisepass oder sogar ein Visum bei der Einreise verlangen.

Ursprünge und Entstehung

Die Idee sich auszuweisen entstand bereits im Mittelalter, doch bis der Personalausweis eingeführt wurde, verging noch einige Zeit. Erst 1938 wurde die Angelegenheit konkret, als in der Zeit des Nationalsozialismus, die Ausweispflicht für Juden eingeführt wurde. 1939 wurde Ausweis und Fingerabdruck in den von Deutschen besetzten Ländern zur Pflicht gemacht, d.h. ab dem zweiten Weltkrieg bestand eine Ausweispflicht.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

So sah der deutsche Personalausweis vor seiner Umgestaltung im Jahre 2010 aus.

So sah der deutsche Personalausweis vor seiner Umgestaltung im Jahre 2010 aus.

Nach dem zweiten Weltkrieg, wurde 1951 in Westdeutschland (und auch West-Berlin) der Ausweis für die deutschen Staatsbürger in Form eines kleinen Passbuches in dunkelgrau gedruckt. In der damaligen DDR wurden 1953 Ausweise in blau ausgegeben. Erst 1987 wurden Ausweise fälschungssicher gemacht, indem kunststofflaminierte Karten mit Papierinlett verwendet wurden. Identigramme als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung um Fälschungen vorzubeugen, wurden erst 2001 eingeführt. 2002, nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York, konnte sich die Idee, biometrische Daten zu erfassen, durchsetzen. 2010 wurde der neue Personalausweis in Scheckkartenformat eingeführt, der über einen Chip mit allen Personaldaten, sowie biometrischen Daten, d.h. Lichtbild und Fingerabdrücke, verfügt. Ziel dabei ist, den Ausweisinhaber besser identifizieren zu können und den sogenannten Online Personalausweis dann für sämtliche Internet-Dienstleistungen zu nutzen. Hierfür wird ein spezielles Lesegerät benötigt. Kritiker beanstanden die verstärkte Überwachung der Bürger, die dadurch entsteht.

Wer jedoch noch einen alten Personalausweis besitzt, ist nicht verpflichtet diesen gegen den neuen auszutauschen. Er bzw. sie kann den alten Ausweis noch bis zum Ablaufdatum weiterverwenden.

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